Schade nur, dass wir nicht viel von dem wunderschoenen Tal gesehen haben, weil im Tal nebenan ein ziemlicher Waldbrand gewuetet, und die ganze Gegend verdunkelt, hat.
Der Staat hat ein grosses Interesse daran, den Waldbestand zu schuetzen, um Erosion und Hochwaessern entgegen zu wirken. Die Bauern hingegen zuenden ihn ganz gern ab und zu mal an (und die Nadelwaelder brennen wie Zunder nach der Trockenzeit), um erstens mehr Weideland fuer ihr Vieh zu bekommen, und zweitens auch den Lebensraum fuer Raubtiere, die ihrem Vieh ans Fleisch wollen, zu zerstoeren. Dieses Mal haben sich jedenfalls die Bauern durchgesetzt.
Aber uns hat schliesslich nicht die Aussicht nach Phobjika gefuehrt, sondern zwei weitere Oesterreichische Projekte im Energiesektor.
Und gerade in diesem Gebiet muss man aufgrund der sensiblen Oekosituation auch besonders Sensibel vorgehen. Der Grund warum die Black Necked Cranes aus Tibet gerade hier her zum ueberwintern kommen ist vor allem, dass es dort eines der ganz ganz wenigen so hoch gelegenen Sumpfgebiete gibt, dass sich im Talboden des Phobjika-Tals befindet. Und dieses wiederum speisst sich aus dem Grundwasser der an den umliegenden Berghaengen gelegenen Waeldern.
Schoenes Foto, nicht? Diese Grossmutter webt Stoff, um das Haushaltseinkommen aufzubessern, wie es so viele Haushalte besonders in den Laendlichen Gegenden machen. Im Hintergrund koennt ihr einen dieser Wunderoefen sehen.
Das Problem bei dem Konzept ist, dass die Idee zwar prinzipiell nicht schlecht ist - verbesserte Oefen vermindern Holzverbrauch - dass es allerdings insgesamt wenig nutzt, einen super Ofen zu installieren, wenn es gleichzeitig nicht mal Fensterscheiben im Haus gibt (sondern nur holzlaeden, die in der Nacht geschlossen werden, aber wegen des Lichtes normalerweise den ganzen Tag ueber offen sind), die Waende sowieso nicht isoliert sind, und es in allen Ecken und Winkeln und aus allen Fugen heraus zieht..
Ausserdem will Oesterreich in diesem Tal die "Rural Electrification" finanzieren - d.h. das Gebiet ans Stromnetz anzuschliessen.
Bisher existieren nur einige Solaranlagen, die allerdings nur Strom fuer ein paar Stunden Licht in der Nacht liefern und sicher nicht genuegend zum Kochen oder gar Heizen (Was allerdings immer noch mehr ist, als in vielen anderen Gegenden Bhutans!).
Ein suesses Ding, dass ja prinzipiell gar nicht schlecht waer, mit 1 kW kann man ja schon ein bisschen was anfangen, allerdings kann es nur 2h am Stueck betrieben werden, da es sonst zu heiss laeuft...Und Wasserboiler auf Stromlos! Wenn man warmes Wasser aus den Leitungen haben will, muss man zuerst Feuer unter dem Pott machen, und dann die Leitung aufdrehen - das Ding funktioniert wie ein Durchlauferhitzer! D.h., ob es ueberhaupt funktioniert weiss ich nicht, wir hatten jedenfalls an den 1 1/2 Tagen die wir dort waren nie warm Wasser ;)
1. Stellen diese gerade am flachen Talboden eine grosse Gefahr fuer die Black Necked Cranes dar. Es sind Gebiete in Japan bekannt, in denen jaehrlich zig Tiere aufgrund solcher Leitungen umkommen. Das Problem ist dabei, dass sie gern tief ueber den Ebenen fliegen, und besonders oft in der Daemmerung bei relativ schlechter Sicht unterwegs sind.
2. Will man das Auge des Touristen nicht durch haessliche Leitungen beleidigen. Und die Touristen werden fuer diese Region immer wichtiger. Und wenn man weiss, wie die Bhutaner das restliche Land elektrifizieren, ist dieser Anspruch auch gerechtfertigt! Ab und zu fragt man sich wirklich, ob die nicht einfach ganz willkuerlich Masten im Land verteilt haben!!
Dann muss man aber immer noch mit dem Problem kaempfen, die Bhutanischen Projektbeauftragten von diesen Prinzipien zu ueberzeugen - und sie davon abzuhalten, einfach eine Standard RE hinzustellen!
Zu diesem Zweck arbeiten wir auch eng mit der Royal Society for the Protection of Nature (RSPN) zusammen - einer der wenigen zugelassenen NGOs Bhutans - die ein beeindruckendes Wissen ueber das Oekosystem des Gebietes verfuegt.